Tauchgrundieren oder KTL-Lackierungen
Das Problem des rostfreien Transports kann man einfacher auf anderem Wege lösen.

Oberflächenbehandlung

Buntes muss nicht teuer sein

so oder ähnlich könnte unser Motto lauten, wenn fast beliebige Oberflächenbehandlungen durch unsere Kunden gewünscht werden. Nun muss man nicht gleich Gussteile tauchgrundieren, um sie garantiert rostfrei zum Kunden transportieren zu können und beim Kunden die Grundierung durch Sandstrahlen wieder entfernen. Das Problem des rostfreien Transports kann man einfacher auf anderem Wege lösen. Aber Tauchgrundieren oder KTL-Lackierungen haben ihren Grund, ihre Berechtigung und werden von diversen weiteren Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung ergänzt.

KTL-Beschichtung

Die kathodische Tauchlackierung (KTL) ist ein elektrochemisches Verfahren, bei dem das Objekt in einem Bad aus wässrigem Tauchlack unter einer Gleichspannung von 3.000 Ampere und 220 bis 290 Volt beschichtet wird. KTL-Lackierungen sind frei von Schwermetallen und schwarz, ähnlich RAL 9005. Die Schichtdicke, mit der der Lack auf dem Bauteil abgeschieden wird, ist abhängig von der Teilegeometrie und beträgt zwischen 10 und 40nm. Nach dem Applikationsvorgang werden überschüssige Reste des Tauchlacks in einer Spülzone entfernt. Im nächsten Schritt wird die Beschichtung in einem KTL-Trockenofen ca. 20 Minuten lang bei 230°C eingebrannt. Die Lackschicht vernetzt sich zu einem homogenen, geschlossenen Film. So entsteht eine lösemittel- und korrosionsbeständige, gegen Säuren und Laugen resistente Beschichtung.

Nasslackierverfahren

Ein Lack besteht aus flüchtigen Lösemitteln und nichtflüchtigen Bestandteilen. Das Lösemittel (der flüchtige Bestandteil) verdampft während des Trocknungsprozesses, die nichtflüchtigen Bestandteile haften dabei als glatter Film auf dem lackierten Objekt. Die nicht flüchtigen Komponenten sind Bindemittel, Pigmente, Öle, Harze, Füllstoffe und Additive. Das Bindemittel sorgt für eine gute, gleichförmige Suspension mit Pigmenten und das Lösemittel im Lack ist für einen optimalen Trocknungsprozess (keine Blasenbildung) und für den Glanz nach der Trocknung verantwortlich.

Galvanik

Das elektrochemische Abscheiden von dünnen Metallschichten wird als Galvanisieren bezeichnet.
Das Verfahren spielt eine große Rolle bei der Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit von Eisen und Stahl. Aber auch die Härte bzw. die Gleiteigenschaft der Oberfläche kann bspw. durch Chromatieren deutlich verbessert werden. Grundsätzlich wird durch ein elektrolytisches Bad Strom geschickt. Am Pluspol (Anode) befindet sich das Metall, das aufgebracht werden soll (z. B. Zink, Phosphor, Chrom…), am Minuspol (Kathode) das zu beschichtende Gussstück. Der Strom löst Metallionen von der Verbrauchselektrode ab und lagert sie durch Reduktion auf dem Werkstück ab. Je länger sich der Gegenstand im Bad befindet und je höher der elektrische Strom ist, desto stärker wird die Metallschicht. Man unterscheidet je nach Substrat/Beschichtungsmaterialien zahlreiche Verfahren, u.a. Brünieren, Chromatieren, Phosphatieren, Verchromen und Verzinken. Geeignet sind grundsätzlich alle Gusseisenwerkstoffe; ggf. ist es aber kostengünstiger über einen Wechsel der Materialqualität bspw. von Sphäroguss auf ADI nachzudenken, um bspw. höhere Oberflächenhärten zu erzielen.

Hochtemperatur-Isolierung

Als Dämmsystem für Motorkomponenten wie Abgaskrümmer haben sich Hochtemperaturisolierungen bewährt, mit denen man Reduzierungen der Oberflächentempe-

ratur von 600 auf 200 °C erreichen kann. In diesem Verfahren wird eine Glasfaserisolierung in einer Dicke von i.d.R. 1-2 cm (als Faserschale) auf das Gussteil aufgebracht und von zwei Edelstahlfolien (Dicke 0,1 mm), die mit Hilfe einer Presse ans Bauteil fixiert werden, gehalten. Die Edelstahlhalbschalen werden mit Mikropunktschweißen verbunden. Neben einer gleichzeitigen akustischen Absorption erhält man in der Motoranlaufphase eine höhere Temperatur in der Abgasleitung und reduziert damit NOx-Werte und CO2-Ausstoß.

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