Duktil Plus

Brechmann-Guss fertigt Sonderqualitäten des Gusseisens mit Kugelgraphit nach eigener Werksnorm, die über eine Steuerung des Perlit/Ferrit-Verhältnisses im Gußteilgefüge Dehunungseigenschaften bieten, die weit über die damals in der DIN EN 1563 geforderten Mindestwerte hinausgehen. Auch nach Einführung der mischkristallverfestigten ferritischen Sorten in der Normenaktualisierung in 2011 verbleibt mit dem (EN-) GJS 520-15 eine Qualität, die eine mehr als doppelt so hohe Dehnung (und damit Betriebssicherheit) garantiert wie die genormten Qualitäten.

Der Werkstoff Duktil Plus findet bevorzugt Anwendung bei dynamisch beanspruchten Bauteilen, komplizierten Geometrien, Bauteilen mit einem hohen Anteil an mechanischer Bearbeitung und dünnwandigen Konstruktionen. Duktil Plus eignet sich ebenfalls als Alternative für bestimmte niedrig legierte Stahlgusswerkstoffe, Schmiedestähle und Schweißkonstruktionen.

Zielsetzung bei der Entwicklung dieser Sonderwerkstoffe (Duktil Plus) war in erster Linie die Realisierung von vielfältigen Vorteilen gegenüber konventionellen, genormten Gusseisensorten. Mit einer höheren Festigkeit bei gleichzeitig hoher Duktilität boten und bieten diese Sonderwerkstoffe neben einer wesentlich erhöhten Bruchdehnung weitere Vorteile gegenüber den klassischen EN-GJS Werkstoffen (hier dargestellt am Kugelstangenwerkstoff GJS 520-15):

  • Erhöhung der 0,2 %-Dehngrenze von 320 auf mindestens 360 N/mm², somit ist ein Einsatz für höhere Belastungen möglich
  • Sehr gute Zerspanbarkeit und eine damit verbundene Erhöhung der Schnittgeschwindigkeiten und/oder der Werkzeugstandzeiten um ca. 10-20% bei der mechanischen Bearbeitung
  • Erhöhung der Schwingfestigkeit gegenüber dem EN-GJS-500-7
  • Isotropie (richtungsunabhängige Eigenschaften) der mechanischen Eigenschaften aufgrund eines gleichmäßig ausgebildeten Gefüges
  • Ähnliches Schwindungsverhalten wie EN-GJS-500-7 macht die Verwendung bestehender Modelle möglich

BRECHMANN-GUSS fertigt unter anderem Achsschwingen, Lenker, Rad- und Getriebesterne, Zugbügel, Spurhalterköpfe oder auch Kugelstangen aus DUKTIL PLUS-Qualitäten – in ihrer Gesamtheit mechanisch höher belastete, aber vor allem sicherheitsrelevante Gussteile.

Welchen Vorteil die verdoppelten Dehnungswerte bezüglich der Sicherheit gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen bietet, wird schnell deutlich, wenn man sich die Konsequenz im einfachsten Prüfversuch der Werkstoffkunde, dem Zugversuch, vor Augen führt. Während Probestäbe mit niedriger Dehnung quasi spontan reißen, kann man duktile Proben lange dehnen.
Im Extremfall ist es sogar möglich, gerade Sphärogussproben um 360° zu tordieren, ohne dass die Probe reißt … und das bedeutet letztendlich, dass ein geschädigtes Bauteil aus GJS 520-15 erstmal „klappert und wackelt“ – also ein Alarmzeichen gibt -, bevor es versagt.

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